Filmstill, Surface Glaze, 07:53 min, 16:9, 2K, Stereo Sound

Filmstill, Surface Glaze, 07:53 min, 16:9, 2K, Stereo Sound

Filmstill, Surface Glaze, 07:53 min, 16:9, 2K, Stereo Sound

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Installation in der Saarländische Galerie, Berlin 2020, Foto: Ludger Paffrath

VIDEONALE, 2017, Kunstmuseum Bonn, Foto: David Ertl

Surface Tension, goeben, curated by Sarah Johanna Theurer, pic: Stefan Hähnel, 2020

Ausstellung Monitoring, KulturBahnhof, Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest, 2016

Surface Glaze Blick­wechsel und Ambivalenz von Körperlichkeit, Konsum und Selbst­opti­mierung

Nacheinander erscheinen Beine, Kniekehlen, Nacken, Münder, Hände und weitere Körperteile auf dem Screen und bilden eine surreale Körperlandschaft. Doch entgegen der Erwartung, dass sich die Fragmente zu einem kohärenten Körperbild komplettieren, bleiben sie eigenartig abstrakt und objekthaft. Nach einigen Momenten überfluten opake, zähfließende Flüssigkeiten die einzelnen Körpersektionen und umhüllen allmählich jede Oberfläche mit einem spiegelnden, befremdlich wirkenden Glanz.

In Makroaufnahmen und extremer Zeitlupe offenbart sich ein zweischneidiger Transformationsprozess: Die massigen Liquide, die an Nagellack und flüssiges Make-up erinnern, lassen zwar Falten, Rötungen und Unreinheiten unter einer gleichmäßigen Oberfläche verschwinden, gleichzeitig werden aber auch alle individuellen Merkmale langsam beschichtet und überdeckt.

Surface Glaze kreiert Bilder, die vordergründig an die Ästhetik kommerzieller Werbung anschließen. Auf subtile Weise jedoch macht die Arbeit auf die Ambivalenz und Destruktivität einer Verbrauchergesellschaft aufmerksam, in welcher das Individuum sich stetig zwischen scheinbar emanzipierter Identität und der Beeinflussung durch Konsumverhältnisse wiederfindet. Die optische Optimierung aus Werbespots wird aufgegriffen und intensiviert, um schließlich kritisch hinterfragt zu werden. Der augenscheinlich schöne Glanz erscheint als eine alles überdeckende, klebrige Masse, die sogar in den Körper eindringt und diesen transformiert.

Text: Joana da Silva Düring, geschrieben für Videonale 16, Katalog und Archiv

Technik

  • Single-Channel-Video, 07:50 min, 2015
  • Format: 16:9
  • Auflösung: 2K
  • Stereo-Sound

Raum & Material

  • Metallstangen (4m) und Monitor
  • Kabel mit Latex beschichtet und, mit Airbrush coloriert und modelliert
  • weitere kleinere Applikationen

Mitwirkende

  • Kamera: Melanie Jilg
  • Schnitt: Hauke Kleinschmidt
  • Musik: Florian Meyer

Ausstellungen

  • body FLUIDS, Saarländische Galerie, Berlin, DE (2020)
  • Surface Tension, goeben, Berlin, DE (2020)
  • 6x6 Project Screening bei Blake & Vargas, Berlin (2019)
  • Werkleitz, 2018
  • Videonale 16, Kunstmuseum Bonn, DE (2017)
  • Athens Digital Arts Festival, Athen, GR (2017)
  • An Extraterrestrial Experience, c3 Gallery, Melbourne, AU (2016)

Auszeichnung

  • Kassel Film and Video Festival – Award for best media installation (2016)