Evacuate
Ausstellung zu Körper, Krise und gesellschaftlichem Druck
Wie können wir uns von gesellschaftlichen Belastungen wie Erwartungen, Leistungsdruck, sozialer Ungleichheit, Sexismus und Rassismus „evakuieren" – uns davon lösen oder zumindest ihre Auswirkungen minimieren?
Mit dieser Frage beschäftigt sich die Ausstellung Evacuate, die im Wintersemester 2022/23 von Studierenden der Justus-Liebig-Universität Gießen unter der Leitung von Gastprofessorin Lotte Meret Effinger entwickelt wurde. Das interdisziplinäre Projektseminar Tension-Lab am Institut für Kunstpädagogik setzt dem Gefühl der Machtlosigkeit angesichts der Krisen unserer Zeit neue Handlungsmöglichkeiten entgegen.
Die künstlerischen Arbeiten – Video, Installation, Performance, Klang und Skulpturen – betonen den Körper als zentralen Ort gesellschaftlicher Diskurse. Die Ausstellung verbindet Themen mit sinnlichen Erfahrungen und lädt zur Partizipation ein, um mit dem Körper in der Krise zu experimentieren. Aspekte wie Raum, Geruch, Klang, Textilien und Licht schaffen ein ganzheitliches Erlebnis, in dem die Grenzen zwischen Kunst, Raum und Publikum verschwimmen. Mehrere performative Ausstellungsführungen ermöglichen ein aktives Eintauchen – ähnlich einem interaktiven Theaterstück.
Die Ausstellung untersucht kritisch, wie gesellschaftlicher Druck und Normen unser Verständnis von Körperlichkeit und Identität formen, und schafft Raum für neue Perspektiven – ohne eindeutige Antworten zu geben.
Nach der Erstpräsentation bewirbt sich die Gruppe beim Theaterfestival Theater der Welt sowie bei den Hessischen Theatertagen und zeigt das Format beim Rundgang des Instituts für Kunstpädagogik.
Projekte:
Gute Nacht, Deutschland! – Bettinstallation und Performance | Elif Öner
Rassismuserfahrungen manifestieren sich im Körper und rauben den Schlaf.Bürokratie – Performance und Installation | Helen Steffes, Pauline Liedke, Anna Seibel
Bürokratische Absurdität wird als körperliche Warteschleife erfahrbar.GGG – Performance und Installation | Lea Melchoir
Girlboss-Feminismus und seine neoliberalen Rollenzwänge am weiblichen Körper.Märchenecke – Videoinstallation | Piratanja Kanagalingam, Franziska Lemmer, Hanah Konrad, Sarah Rother
Perfektionsdruck und körperliche Selbstoptimierung hinter märchenhaftem Schein.Ritual-Raum und Tunnelsystem – Installation und Ausstellungsarchitektur | Isabell Becker, Zehra Teke, Charlotte Ritter
Mediales Rauschen als Raum für körperliche Entspannung.Save Space – Sound- und Rauminstallation | Mirjam Mattern, Maria Pfeffer
Tanz – Performance | Katarina Zajarnyi, Elif Öner
Der Körper als Medium zwischen Leidenschaft und Krisenerfahrung.
Ausstellung "Evacuate": 31. März – 02. April 2023
Prototypen, Gießen, In Kooperation mit der Genossenschaft Raumstation3539
Gefördert durch: Kulturamt der Stadt Gießen
Mit Unterstützung von: Fachbetrieb Andreas Döring